Die sogenannten Möbel
benutzbare Poesie
voll Hintergründigkeit und Humor
Der Kristallisationskeim zu einer neuen Arbeit ist immer ein Fundstück:
ein Rad, eine Schublade, ein Gedankensplitter.
Dort keimt das gegenseitige Interesse, entfaltet sich die Bereitschaft zu
lauschen.
Der Künstler lauscht - das Objekt lauscht.
Der Möglichkeitsraum öffnet sich, Erzählungen werden erhört. Manchmal beim
ersten Blick, manchmal erst nach jahrelangem Aufenthalt im Lager.
So entstehen Heels Kompositionen. Eine Welt nutzbarer Poesie,
Möbel und Skulpturen, Geschichten und Querverweise.
Humorvoll und spielerisch kommen sie daher, und wer mit ihnen lebt
wird täglich bereichert mit Inspiration und Tiefgründigkeit.
Werke der Rebellion, jenseits gedanklicher Grundfesten.
Und doch bergen sie, mitten in der Freiheit, diese ausgeklügelt funktionale
Nutzbarkeit, die uns Heimat und Geborgenheit schenkt.
Heels Ästhetik, dieser feine Klang des weiten Landes zwischen Nutzobjekt, Kunst
und Poesie, das zeichnet die "sogenannten Möbel" aus. .
Wenn man in Möbeln denkt, dann denkt man wie ein Handwerker, wie
ein Schreiner oder Schlosser.
Wenn man als Künstler denkt, dann hinterfragt man, dann beginnt
man zu suchen und zu forschen.
Peter Heel kennt beide Welten und lässt sie für diese Werkreihe
miteinander ringen und tanzen.
"Eines Tages fand ich den alten Fensterladen eines Bauernhauses, noch
original mit dem Werbeschild der Versicherung benagelt, grün und silbrig
grau.
Seiner wunderschönen Melodie fügte ich eine Harmoniestruktur hinzu.
Einen Korpus, aus rohem Stahl geschmiedet, mit alten abgetretenen
Bodendielen eines abgerissenen Altstadthauses ausgekleidet, innen
leuchtend farbig gefasst.
Doch dann wollte das Schränkchen nicht recht zum klingen kommen. Bis ich
den Kontrapunkt der Komposition fand.
Das Kästchen geneigt, ein wenig nur, begann zu singen.
Ein Dreibein aus alten Feuerwehrschläuchen darunter gebaut, so stand ein fertiges
Wesen vor mir.
Nun erzählt es, leicht schwankend im Gang, die Geschichten vom Werden und Vergehen,
es spricht von der Angst und dem Wunsch nach Sicherheit, es raunt die
urmenschlichen Geschichten über Sehnsucht, Lebensmut und Hoffnung." (P.Heel)
Wie bewahren wir unser Licht auf? Wann entflammen wir selbst?
Schütten wir das Kind mit dem Bade aus, oder erzählt der Briefkasten von dem was
die Post in uns bewegt?
Atmet ein Schrank? Und haben Stühle Sehnsucht nach dem Meer?
Wie wohnen moderne Vögel, wenn sie dem Hafenkonzert lauschen?